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Dienstag, Oktober 29, 2013

Originalversionen, die man nicht kennt


Bei Mentalfloss wurder eine Liste von 20 Songs veröffentlicht, von denen der großteil der Leute nicht weiß, dass es sich bei ihnen um Coverversionen handelt. "Bekanntestes" Beispiel (höhö, kann man das in dem Zusammenhang überhaupt sagen ;)) dürfte Tainted Love sein, was man als 80iger Wave-Hymne von Soft Cell kennt, aber eine Coverversion einer 60iger Jahre Soulnummer von Gloria Jones ist.
 
Beispiele, die mir noch einfallen:
Black Magic Woman - Santan (1970) / Fleetwood Mac (1968)
Can't Hurry Love - Phil Collins (1982) / Supremes (1966)
Twist and Shout - The Beatles (1963) / The Islay Brothers (1962)
If you don't know me by now - Simply Red (1989) / Harold Melvin & the Blue Notes (1972) 
Apache - Sugarhill Gang (1981) / Incredible Bongo Band (1973) / The Shadows (1960) / Bert Weedon (1960)
Just dropped in  - Jerry Lee Lewis (1967) / First Edition (1967)

(via dvg)

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Montag, Juni 10, 2013

Plattencover-Referenzen


Bei Noisey gab es neulich unter dem Titel "15 Plattencover, die genau aussehen wie 15 andere Plattencover", naja, eben genau das. Das ganze wird auf Jahrganzgeräusche unter dem Titel Original und Fälschung auch schon eine weile gemacht. Leider schwingt in beiden Fällen ein wenig "geklaut", "Fälschung" und somit "unkreativ" mit. Noisy versucht es zwar in der Einleitung mit der Inspiration etwas abzumildern, die Beschreibungen der einzelnen Fälle zeigen aber, wie der Autor das ganze doch recht negativ bewertet. Zloty Vazquez von Jahrganzsgeräusche habe ich mal in den Kommentaren danach gefragt. Er gab mir recht, dass es negativ klingt und er sogar oft die "Fälschungen" besser findet, trotzdem steht da immer (noch) "enttarnt Cover-Art-Kopisten".

Dazu noch zwei Kommentare bei Noisey
Legenden besagen, dass Leute sich Cover Artists besorgt haben und zum Teil einfach das übernommen haben, was zu der zeit fucking normal war, weil jeder es gemacht hat.
das mit den beatnuts cover ist n scherz oder? da hat jemand hip hop nicht ganz verstanden.
Nachdem ich das jetzt etwas positiver angeteasert habe, auch von mir ein "entscheidet selbst"

(via macelodeon)

Mehr über Plattencover

Mittwoch, Mai 22, 2013

Wie man sich One More Time baut


Wo wir gerade auf dem Daft Punk-Samplezug drauf sind, können wir ja auch kurz drauf bleiben. Hier hab ich noch ein Video von 2008, das zeigt wie man sich aus Eddie Johns More Spell On You, Daft Punks One More Time bastelt. Er behauptet, dass Daft Punk das Sample nicht aufführen, was mich wunderte, weil ich dachte, dass sie für Discovery ordentlich Geld vorgelegt haben um alle Samples zu clearen. Also mal zur Wikipedia gesurft und folgendes gefunden.
He also stated the sampling they do is legitimately done, not something they try to hide. Bangalter elaborated that the newly-recorded elements were implemented in a way that was equivalent to "creating fake samples [...] where people think there are samples from disco records or funk records."
In der Tat handelt es sich bei den oben gezeigten Samples gerade mal um drei Akkorde, die über das Intro des Tracks verteilt sind. Daraus ergeben sich folgende Fragen: Haben sie das jetzt in dem Sound so einspielen können, dass man es für ein Sample hält? Wenn ja, müssten sie dann nicht Trotzdem Writing Credit geben? Wenn ja, wären dann nicht drei nicht Zusammenhängend auftretende Akkorde ein geschützte Komposition. Ihr seht wo es drauf hinausläuft.

Jedenfalls... Der Meister hat noch ein zwei weitere Videos, die sich mit anderen Daft Punk Samples auseinandersetzen. Auch welche, bei denen es etwas trivialer zu verstehen ist.

Ach, eins noch, er sagt am Anfang, die Platte wäre schwer zu finden, das hat sich aber wohl in der Discogs-Ära geändert.

Samples, Remix und so:

Sonntag, Mai 19, 2013

Dem Daft Punk ihre Samples

Daft Punk aus Lego von autorazr
 
Auf den Momentanen Daft Punk-Zug sind auch die Chef-Sampler-Verrater von whosampled  (und hiermit auch ich nochmal) aufgesprungen. Das Thema Daft Punk Samples wurde zwar schon das ein oder andere mal abgearbeitet, trotzdem ist ein ganz schöner Mix rausgekommen. Der Mix hat allerdings den Nachteil, dass die Lieder oft schon in Tempo angepasst sind, also quasi vor-verdaftpunkosiert. Auch das sehr gute Lied Roll, Bounce, Rock, Skate wird etwas lieblos abgefrühstückt. Seis drum. Macht auf jeden Fall Lust mal nach den Scheiben Ausschau zu halten.

(via Macelodeon)

Oder so:

Dienstag, Februar 19, 2013

Kutiman - Israeli Groove Reconstructed (+Samples)

Kutiman hat einige alte Israelische Clips zu einem Megamix zusammengebastelt. Sehr coole Sache! Mehr weiss ich leider auch nicht. Ich hab mich aber mal durch die Kommentare gewühlt und folgende Liste mit verwendeten Grooves rausgesucht. Die Sendung mit der Ansagerin heißt wohl מתוך פסטיבל הזמר , also Song Festival und ist von 1979.

A-ba-ni-bi by Izhar Cohen and Alpha Beta 
לעולם בעקבות השמש , שרי
חדווה עמרני ולהקת פלפל לבן - בלב אחד (סאלם עליכום)
נולדתי לשלום (Noladeti Lashalom), להקת סקסטה , השיר והמילים
Zohar Argov - Haperach Begani 2
Yaale veyavo (Subirá y vendrá)
מאיה קזביאנקה - היום אפשר לשיר
שושנה דמארי / 'שולמית', 'אדם לאדם'
אריאל זילבר ולהקת ברוש - תן לי כוח 

Wo das her kommt, gibt es noch mehr. Wer noch eins findet, darf sich gerne melden.

(via Nerdcore)

Alter Krempel:

Donnerstag, November 22, 2012

Wird uns die neue Musik ausgehen?



Kurze Zusammenfassung des Videos von Vsauce: Die Anzahl der möglichen Songs ist zwar endlich jedoch unvorstellbar groß, so dass es da eigentlich keine schwierigkeiten geben dürfte. Trotzdem tendiert der Mensch dazu bestimmte, bekannte Muster sympatisch zu finden, die dann immer wieder verwendet werden, weshalb man oft denkt "gab's doch alles schon". Hier auch der Vergleich zu Everything is a Remix.
"Erschreckenderweise" gibt es sogar einen Zusammenhang zwischen digitaler Komprimierbarkeit von Musik und Gutfindung. Zu einfache Lieder mögen wir nicht, zu komplizierte aber auch nicht. Bleibt die Frage, ob das in anderen Kulturräumen auch so ist, Orientalische und Asiatische Musik versteht man ja nicht, wenn man sich nicht damit beschäftigt.

(via Kraftfuttermischwerk)

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Montag, November 05, 2012

Ice Ice Baby vs. Under Pressure


Weil das gestern bei Boing Boing kam, muss ich jetzt doch noch ein Wort dazu schreiben. Vanilla Ice behauptet, dass die Bassline von Ice Ice Baby anders wäre als die von Queens Under Pressure.
"We sampled it from them but it's not the same bassline. It goes 'ding ding ding di di ding ding… ding ding ding di di ding ding.' That's the way theirs goes. Ours goes 'ding ding ding di di ding ding… DING… ding ding ding di di ding ding.' That little bitty change -- it's not the same."
Witzig und er verzettelt sich da natürlich auch ein bisschen. Trotzdem ist das Zitat etwas aus dem Zusammenhang gerissen. Die Kernaussage lautet: MC Hammer hat writing credit an Rick James gegeben. Allerdings übernimmt Can't touch this auch außer den Lyrics fast alle Komponenten von Superfreak. Im Gegensatz dazu verwendet Ice Ice Baby nur die Bassline von Under Pressure und ist sonst ein komplett anderes Lied. Jetzt kommt das Argument, dass er besser weggelassen hätte: Zusätzlich haben sie die Baseline auch noch modifiziert. Deshalb geben sie kein writing credit an Queen und David Bowie.

(via Boing Boing)

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Mittwoch, August 15, 2012

Embracing the Remix


Die von mir sehr geschätzte Serie Everything Is A Remix gibt es jetzt auch als TED-Talk. Zwar präsentiert Kirby Ferguson keine wirklich neuen Erkentnisse, aber es ist doch eine gute Zusammenfassung der vierteiligen Serie.

(via Nerdcore)

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Dienstag, April 17, 2012

Diese Idee hatte ich auch schon

I Thought of That First! von Doghouse
Im Prinzip stimme ich der Grafik zu, auch wenn ich die Wahrscheinlichkeiten für den "yes you did"-Fall jeweils etwas höher ansetzen würde. Besonders der Aussage, dass man wenn man es gut/besser macht auf jeden Fall Anerkennung erhält auch wenn man nicht der Erste war. Product steht hier übrigens auch für Comic, Lied, Geschichte, Video, Foto, ...

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Donnerstag, Februar 23, 2012

Schadet freies Remixen der Industrie



In der Modewelt, um die es im Talk hauptsächlich geht, gibt es kein Copyright und gerade dieser Punkt führt dazu, dass es dort extrem Kreativ zu geht und es der Modebranche sehr gut geht. Überhaupt scheint es Industriezweigen die auf Copyrights (Mode, Comedy, Rezepte, Möbel, Autos, Zauberei) verzichten besser zu gehen als denen, die versuchen sehr Hart gegen Verstöße vorzugehen (Bücher, Musik, Kino). Vielleicht sollte man "denen" das mal sagen. The bottom line is the dollar sign

Der Kunde hat es in der Hand, was er möchte und was nicht. Trends können sich etablieren. Modejunkies müssen dem Trend aber trotzdem einen Schritt voraus sein. Designer müssen kreative Wege finden nicht Kopierbar zu sein.   

Kleine Anekdote: Charlie Parker "hat den Bobop erfunden" weil er dachte, dass Weiße das niemals kopieren werden können.

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Dienstag, Februar 21, 2012

Everything is a Remix - Teil 4


Everything is a Remix Part 4 from Kirby Ferguson on Vimeo.


Der "System Failure" betitelte vierte und letzte Teil der Everything is a Remix Reihe ist raus.

Dieser Systemfehler liegt darin, dass Neues der public domain erst sehr spät zugeführt wird und so ein Aufbauen auf Vorhandenem extrem erschwert wird. Dies ist allerdings ein Grundbaustein der Kreativität, wie schon in den vorherigen Teilen gezeigt wurde. Es wird außerdem darauf eingegangen, dass ein Urheberrecht, abgeleitet von Patenten, durchaus eine gute Idee ist, diese aber, in der momentanen Form des Rechts, oft ad absurdum geführt wird, besonders da Ideen nicht disjunkt sind, was aber den Gesetzen zu Grunde liegt.

Eine weitere interessante These, warum es dazu kommen konnte ist die, dass man das Sich-bei-anderen-Bedienen nicht so sehr wahrnimmt, wie das Weggenommenbekommen (loss aversion). Das bekannteste Beispiel hierfür ist Steve Jobs, der teilweise offen zugegeben hat, Ideen von anderen geklaut zu haben, aber Android den Krieg erklärte, weil es ein gestohlenes Produkt sei. Kopieren ist OK, solange man es (nur) selbst macht.

Ach, was erzähl ich hier groß, am besten anschauen!

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Donnerstag, Februar 16, 2012

Frau Potz lehnt dankend ab



Gestern wurden "auf Spreeblick" die Tracks des Frau Potz Albums "lehnt dankend ab" veröffentlicht. Eine Band die momentan gerade "die Runde" macht, wie man so schön sagt. Die also von vielen Leuten gerade entdeckt wird. Der erste Kommentar unter dem Beitrag ist nicht sehr positiv: "hiiiiilfe, selten so eine scheiße gehört!!!! was soll das denn sein??? turbostaat für arme???" Zugegeben, Turbostaat war auch die erste Band die mir dazu eingefallen ist. Warum das wohl so ist und was uns das über Originalitäts- und Kreativitätsempfinden sagt versuche ich mal hier aufzuschreiben.

Irgendwo, weit ab vom sogenannten Mainstream, entwickelt sich eine Szene. Leute, die einen ähnlichen Musikgeschmack haben, spielen zusammen Musik, treten miteinander auf, unterstützen und beeinflussen sich gegenseitig. Daraus entsteht dann Etwas, was man wohl Genre nennt, auch wenn das ein bisschen ein verkannter Begriff ist.

Eine dieser Bands, in unserm Beispiel Turbostaat, schafft es nun, außerhalb dieser Szene, vielleicht nicht im Haupt-Mainstream, einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erlangen und erfolgreich Platten zu verkaufen. Die anderen Vertreter des Genres bleiben aber weitestgehend unbemerkt. Einige Zeit später steht nun eine zweite Band dieser Szene, Frau Potz, kurz vor dem Durchbruch. Ein kleiner Blick nach oben verrät uns was nun passiert. Turbostaat werden von der Masse als DAS ORIGINAL wahrgenommen und Frau Potz nur als die billige Kopie für Arme. Die anderen Bands der Szene, die vielleicht sogar von Turbostaat "kopiert" wurden, bleiben weiterhin unbemerkt.

Eigentlich hatte ich gestern bei Spreeblick kommentiert: Bestellt. Nuff said. Dabei ist es dann jetzt doch nicht geblieben.

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Dienstag, Januar 24, 2012

3D Printed Schallplatte


3D-Printing steht vor der Tür. Als ich gestern von der Physibles-(3DPrinting)-Kategorie bei Pirate Bay gehört habe, hatte ich auch kurz die Idee Schallplatten downzuloaden und auszudrucken. Einen ersten Schritt in diese Richtung zeigt obiges Video.

Wer mehr über 3D-Printing erfahren will, dem sei der TED Talk von Lisa Harouni (via) ans Herz gelegt. Demnach gibt es die Technologie schon seit 30 Jahren und steht nun kurz vorm Massendurchbruch und der nächsten Revolution. Genauso wie diese 30 Jahre Entwicklung an mir vorbeigegangen sind, sind sie nur wahrscheinlich auch an traditionellen Betrieben vorbeigegangen und am Gesetzgeber schon mal sowieso. Aber das ist vielleicht schon wieder zu negativ gedacht.

(Video via Boing Boing)

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Mittwoch, Januar 18, 2012

The day the LOLcats died


Heute war ja großer SOPA/PIPA Protesttag, an dem mein Blog leider nicht teilgenommen hat, sich aber eh keiner zwischen 8:00 und 18:00 hier her verirrt hat. ;)

An dieser Stelle sei auf die kleine Geschichte des Urheberrechts (Kopieren Verboten) von WDR5 hingewiesen. Hier die MP3s, 20 Minuten die man investieren sollte:

01: Die Berner Übereinkunft von 1886
02: Die Erfindung des geistigen Eigentums
03: Die Erfindung der privaten Kopie
04: Kopieren ohne Grenzen

Wer sich noch fragt, warum einem Amerikanische Gesetzgebung interessieren sollte: Das ganze gibt es auch für Europa und nennt sich ACTA. Mehr bei der Digitalen Gesellschaft.

(Video via Gilly's Playgrounds Blackout Seite; Geschichte des Urheberrechts via Nerdcore)

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Mittwoch, November 23, 2011

Netzpolitik am Abend - Artikel zum Thema Copyright


Ein bisschen Netzpolitik am Abend. Eine Stange an Artikeln zum Thema Copyright. Anders als der Titel vielleicht suggeriert, ist das hier allerdings nicht in ein paar Minuten zu handlen.

Berthold Seliger - Die Leistungsschutzgelderpresser
Antwort darauf in einem offenem Brief von Mark Chung  
Anmerkungen zur Antwort von Marcell Weiss

Da diese Artikel aufeinander aufbauen macht es keinen großen Sinn hinten anzufangen.
"Unabhängig davon" meldet sich EU-Kommissarin Neelie Kroes mit "Is copyright working?" und einer Rede "Who feeds the artist?" zu Wort.

Weitere Leseempfehlungen, die ich mir zugegeben noch nicht genauer angeschaut habe, zum Thema gibt es bei Spreeblick.

Das ganze hier kann man als eine Art Remix (Kurzzusammenfassung) von diesem Post von Dirk von Gehlen sehen.

Als "Bild" zu diesem Post gibt es ein Statement von Jan Delay zum Thema Raubkopierer, welches gerade beim Kotzenden Einhorn reinkam. Passt halbwegst gut.

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Montag, Oktober 17, 2011

Mashup - Lob der Kopie

Ich lese gerade das Buch Mashup Lob der Kopie von Dirk von Gehlen. Der Titel verrät ja schon einiges. Am Besten aber mal selbst in die ersten zwanzig Seiten reinschauen. Vielleicht greife ich irgendwann auch noch zwei drei Sachen aus dem Buch auf... man weiss es nicht. Sehr empfehlenswert.

(via Nerdcore)

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Donnerstag, Oktober 13, 2011

Was ist ein Original


Ein schönes Argument aus Walking on Eggshells möchte ich hier kurz aufgreifen. Bevor es die Möglichkeit gab Lieder auf Tonträger zu bannen, war Musik etwas, was man gespielt hat und nicht etwas, das man konsumierte. Lieder wurden erst dadurch bekannt, dass man sie kopiert, also gespielt, hat. Das der Künstler der das Lied als erstes Aufnimmt eine unantastbare Originalversion erstellt, ist eine sehr neue Entwicklung. Die folgendenen Beispiele sollen den Begriff des Originals deswegen ein wenig hinterfragen.

Apache von ??? 
Der Komponist Jerry Lordan schreibt einen Song namens Apache und sucht eine Band, die ihn für ihn spielt. Da dem Komponist im Jahre 1960 die „Originalversion“ (also die erste eingespielte Version) nicht gefiel, blieb diese zunächst unveröffentlicht. Erst als die Shadows eine Version veröffentlichten, der Erfolg in Großbritannien sich abzeichnete, veröffentlichte man auch das Original. Eine Stange an weiteren Coverversionen folgte. Die Version die heute am bekanntesten ist, dürfte die von der Incredible Bongo Band sein, die das Sample für die Sugarhill Gang stellt. [wikipedia]

Soul Makossa von ???
Bei Soul Makossa ist die Orignialversion von Manu Dibango von 1972 etwas eindeutiger. Trotzdem steht bei Wikipedia der Satz: Since the original was then unfindable, at least 23 groups quickly released cover versions to capitalize on the demand for the record. Ich denke mal, dass sich die Platten auch nicht schlecht verkauft haben. Den Leuten war es also mehr oder weniger egal, wer das Lied spielte, es ging ihnen um das Lied.

I Believe in Miracles von ??? 
Angeblich wurde von der Rare-Groove-Hymne, von 1976 der Jackon Sister, I Believe in Miracles, eine Version von Marc Capanni aufgenommen, die als Original gilt, aber erst nach den Jackson Sisters veröffentlicht wurde [1]. Auch hier spielt wieder der Komponist, Bobby Taylor, eine Rolle. Leider wurde die Marc Capanni-Version erst „kürzlich“ wiederentdeckt, weshalb es auch viele Orte im Internet gibt, die behaupten die Jackson Sisters Version sei das Original. Interessanterweise ist hier aber sowieso der Remix die bekanntere Version.

Das hier sind nur drei Beispiele, über die ich in der letzten Zeit gestolpert bin. Es gibt noch eine ganze Menge anderer, die man gerne in die Kommentare schreiben darf.

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Montag, Oktober 10, 2011

Walking on Eggshells


Walking on Eggshells: Borrowing Culture in the Remix Age from Brendan Schlagel on Vimeo.

Hier noch eine Doku, die ich schon länger in meinen Bookmarks rumliegen habe. Viele Mashup- und andere Künstler erklären, warum Kopieren und Remixen wichtig ist und nicht verteufelt werden sollte.

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(via EverythingIsARemix)

Dienstag, September 27, 2011

PressPausePlay - Chance für Künstler oder Grauer Brei


Jedes Kind mit einem Computer kann heute innerhalb von Minuten an einen Status gelangen, für den man Früher(tm) Monate oder Jahre gebraucht hätte, ihn zu erlangen. Ob das nun die große Chance für Künstler ist oder am Ende die Kunst in einem grauen Einheitsbrei untergeht versucht PressPausePlay zu beleuchten.

Das schöne ist, das keine wirkliche Antwort auf die Frage gegeben wird, da man sie ja eigentlich nicht geben kann, sondern die Ungewissheit vor der wir gerade stehen, sehr schön rausgearbeitet wird.

Hier noch ein paar Random-Notes die ich mir beim schauen gemacht habe:
Das Talent von Hitchcock wäre im Noise untergegangen.
Technology always comes before art; The electric guitar was invented for pragmatic reasons.
Die Musik-, Filmindustrie (empowered groups/gatekeepers) gibt es erst seit 50 Jahren.
Was nicht passt wird passend gemacht; wenn jemand nicht gut Schlagzeugspielen kann, macht man das am Computer halt wieder gerade; Das kann aber auch als langweilig empfunden werden.
Wenn man in 10 Jahren auf die Musik von heute zurückschaut, wird man denken, es war umständlich und naiv, aber es hatte seinen Charme

(via nerdcore)

Donnerstag, August 11, 2011

Als ich den Punk erfand

Artwork for Barbie and the Rockers, a 1980s product by Mattel (via)

Wir haben gelernt, dass neue Kunstwerke aus Kopieren, Transformieren und Kombinieren von vorhandenen Sachen entstehen. So bewegt man sich aber, auf den ersten Blick, nur in eine Richtung. Eine wichtige Komponente fehlt doch noch? Oder um es mit einem Zitat zu sagen, dass ich neulich gefunden habe:
Art is either plagiarism or revolution. [Paul Gauguin]
Der Punk zum Beispiel ist entstanden, weil man unzufrieden mit der verschnörkelten, komplexen, technisch anspruchsvollen Musik der damaligen Zeit war. Eine Revolution musste her. Man wollte sich von dem vorhanden abgrenzen.
Das Wort Revolution ist hier allerdings etwas irreführend. Auf der einen Seite, weil das nicht im Sinne von „Piff Paff Schrubbeldiekatz: Punk“ zu verstehen ist, sondern durchaus aus langsamen Transformationen entstand. Auf der anderen Seite, weil Revolution sich aus „zurück wälzen“ […] Wiederherstellung des alten legitimen Zustandes [wikipedia] herleitet.
Die Musik fing mal simpel an, im Laufe der Jahre wurde sie immer komplexer und künstlerisch ansprechender. Dies passte den Leuten nicht und Zukünftige Lieder entwickelten sich ehr aus Einflüssen, als die Musik eben noch simpler war.
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