Ich lese gerade das Buch Mashup Lob der Kopie von Dirk von Gehlen. Der Titel verrät ja schon einiges. Am Besten aber mal selbst in die ersten zwanzig Seiten reinschauen. Vielleicht greife ich irgendwann auch noch zwei drei Sachen aus dem Buch auf... man weiss es nicht. Sehr empfehlenswert.
(via Nerdcore)
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Montag, Oktober 17, 2011
Donnerstag, Oktober 13, 2011
Was ist ein Original
Ein schönes Argument aus Walking on Eggshells möchte ich hier kurz aufgreifen. Bevor es die Möglichkeit gab Lieder auf Tonträger zu bannen, war Musik etwas, was man gespielt hat und nicht etwas, das man konsumierte. Lieder wurden erst dadurch bekannt, dass man sie kopiert, also gespielt, hat. Das der Künstler der das Lied als erstes Aufnimmt eine unantastbare Originalversion erstellt, ist eine sehr neue Entwicklung. Die folgendenen Beispiele sollen den Begriff des Originals deswegen ein wenig hinterfragen.
Apache von ???
Der Komponist Jerry Lordan schreibt einen Song namens Apache und sucht eine Band, die ihn für ihn spielt. Da dem Komponist im Jahre 1960 die „Originalversion“ (also die erste eingespielte Version) nicht gefiel, blieb diese zunächst unveröffentlicht. Erst als die Shadows eine Version veröffentlichten, der Erfolg in Großbritannien sich abzeichnete, veröffentlichte man auch das Original. Eine Stange an weiteren Coverversionen folgte. Die Version die heute am bekanntesten ist, dürfte die von der Incredible Bongo Band sein, die das Sample für die Sugarhill Gang stellt. [wikipedia]
Soul Makossa von ???
Bei Soul Makossa ist die Orignialversion von Manu Dibango von 1972 etwas eindeutiger. Trotzdem steht bei Wikipedia der Satz: Since the original was then unfindable, at least 23 groups quickly released cover versions to capitalize on the demand for the record. Ich denke mal, dass sich die Platten auch nicht schlecht verkauft haben. Den Leuten war es also mehr oder weniger egal, wer das Lied spielte, es ging ihnen um das Lied.
I Believe in Miracles von ???
Angeblich wurde von der Rare-Groove-Hymne, von 1976 der Jackon Sister, I Believe in Miracles, eine Version von Marc Capanni aufgenommen, die als Original gilt, aber erst nach den Jackson Sisters veröffentlicht wurde [1]. Auch hier spielt wieder der Komponist, Bobby Taylor, eine Rolle. Leider wurde die Marc Capanni-Version erst „kürzlich“ wiederentdeckt, weshalb es auch viele Orte im Internet gibt, die behaupten die Jackson Sisters Version sei das Original. Interessanterweise ist hier aber sowieso der Remix die bekanntere Version.
Das hier sind nur drei Beispiele, über die ich in der letzten Zeit gestolpert bin. Es gibt noch eine ganze Menge anderer, die man gerne in die Kommentare schreiben darf.
Related:
Montag, Oktober 10, 2011
Walking on Eggshells
Walking on Eggshells: Borrowing Culture in the Remix Age from Brendan Schlagel on Vimeo.
Hier noch eine Doku, die ich schon länger in meinen Bookmarks rumliegen habe. Viele Mashup- und andere Künstler erklären, warum Kopieren und Remixen wichtig ist und nicht verteufelt werden sollte.
Related:
- PressPausePlay
- Everything is a Remix - Teil 3
- Das erklärt einiges
- Talent Borrows, Genius Steals
- These are the Breaks
Dienstag, Oktober 04, 2011
Flo Mega, der Bundesvision Song Contest und der Mainstream
Flo Mega - 6.000.000 € Arsch (Official Video) from Flo Mega on Vimeo.
Neulich bin ich über Flo Mega gestolpert. Da dieser in seinem
Video eine Miami Dolphins-Jacke trug, erinnerte ich mich daran, dass ich den schon
mal in Saarbrücken live bei Sektor Heimat gesehen hatte. Solche Markenzeichen
zahlen sich also aus. Ich habe dann gesehen, dass er ein Album (zu der Zeit)
raus bringen wird und liebäugelte mit dem Gedanken, es mir zuzulegen. Doch dann
stolperte ich über sein neues Video zu "Zurück", eine ziemlich seichte Nummer, mit der er
auch noch beim Bundesvision Song Contest antrat. Bevor ich meine Gedanken dazu
richtig vormulieren konnte, kamen mir leider Johnny Häusler (Spreeblick) und Lukas Heinser (Coffee & TV) zuvor. Zwar beide mit, mehr oder weniger
Theese Uhlmann als Aufhänger aber egal.
Wo es bei Spreeblick ehr darum
ging, dass Trends sehr schnell aufgegriffen werden und ob man als Künstler die
TV Total Vermarktungsschiene mitfahren muss, ging es bei Coffee & TV draum,
dass in den letzten Jahren die Deutsche Musik immer weichgespülter wird und die
Grenze zwischen Deutschrock und Schlager immer mehr verschwindet, wenn nicht sogar schon verschwunden ist.
Ich finde man sollte sich folgender
Sachen bewusst werden: Als die Foo Fighters ihr neues Album raus brachten,
wurde dies mit großen Plakaten in der Stadt beworben. Tomte (Theese Uhlmann)
wird von fast jedem super gefunden. Die Indie- und Alternative-Generation
stellt große Teile des Mainstreams. Klar wird das dann auch von TV Total
aufgegriffen. Viele Menschen hören ab einem gewissen Alter bzw. einer gewissen
beruflichen Position auf sich intensiv mit Musik zu Beschäftigen und hören der
Einfachheit halber Radio, sind aber gleichzeitig froh, wenn dort ihre alten
Helden laufen. Diese alten Helden müssen, können oder wollen aber nur noch
dieses Publikum bedienen. Jugendliche wurden von Eltern erzogen, die für ihr Recht
zum Feiern gekämpft haben. Die so genannte Rückkehr zum Biedermeier ist da fast
schon logische Konsequenz. Was soll man Rebellieren?
(Flo Mega via hier und da)
Donnerstag, September 29, 2011
The Archive
The Archive from Sean Dunne on Vimeo.
Gestern über eine Doku von 2008 über die größte Plattensammlung der Welt gestolpert. Paul Mawhinney hat sein ganzes Leben der Musik gewidmet und ist jetzt ein wenig deprimiert, weil er seine geschätzte 50 Millionen schwere Sammlung, die er Alters- und Krankheitbedingt abgeben muss, noch nicht mal für 3 Millionen Dollar los wird. Wenn ich das richtig aus der Wikipedia ableite, wurde die Sammlung mittlerweile auf Archive und Museen in den USA aufgeteilt.Schon ein wenig tragisch...
Interessante Aussage: 83% der Musik, die er hat, kann man nicht mehr "at any price anywhere" auf CD kaufen.
Related:
Im Februar 2008 hatte ich die Sammlung schonmal hier drin. Damals stand sie gerade bei ebay zum verkauf.
- 45s vs. 12''
- What Do You Do When Your Record Collection Is Not Important Anymore?
- Lester Bangs' Basement
- Why is Vinyl Special to You
(via iheartpluto)
Dienstag, September 27, 2011
PressPausePlay - Chance für Künstler oder Grauer Brei
Jedes Kind mit einem Computer kann heute innerhalb von Minuten an einen Status gelangen, für den man Früher(tm) Monate oder Jahre gebraucht hätte, ihn zu erlangen. Ob das nun die große Chance für Künstler ist oder am Ende die Kunst in einem grauen Einheitsbrei untergeht versucht PressPausePlay zu beleuchten.
Das schöne ist, das keine wirkliche Antwort auf die Frage gegeben wird, da man sie ja eigentlich nicht geben kann, sondern die Ungewissheit vor der wir gerade stehen, sehr schön rausgearbeitet wird.
Hier noch ein paar Random-Notes die ich mir beim schauen gemacht habe:
Das Talent von Hitchcock wäre im Noise untergegangen.
Technology always comes before art; The electric guitar was invented for pragmatic reasons.
Die Musik-, Filmindustrie (empowered groups/gatekeepers) gibt es erst seit 50 Jahren.
Was nicht passt wird passend gemacht; wenn jemand nicht gut Schlagzeugspielen kann, macht man das am Computer halt wieder gerade; Das kann aber auch als langweilig empfunden werden.
Wenn man in 10 Jahren auf die Musik von heute zurückschaut, wird man denken, es war umständlich und naiv, aber es hatte seinen Charme
(via nerdcore)
Montag, September 12, 2011
Soul Train - 1973 called
Aufgrund obiger Szenen aus der wunderschönen Sendung Soul Train ließen sich wohl reddit user zu folgendem Kommentar verleiten:
"1973 called, laughed at us, and said that we don’t have a damn clue how to dance anymore"
Das Schlimme ist, das haben deren Eltern auch gesagt.[1]
Mehr Soul Train gibt es auf dem Soul Train Youtube Channel
(via Gilly's Playground)
[1] Angepasstes Zitat von Dieter Nuhr. Original: "Das Schlimme ist, das haben meine Eltern auch gesagt". Nachdem der gerade 30 gewordene Dieter feststellt, dass die heutige Musik für ihn doch immer das gleiche Bumm Bumm ist.
"1973 called, laughed at us, and said that we don’t have a damn clue how to dance anymore"
Das Schlimme ist, das haben deren Eltern auch gesagt.[1]
Mehr Soul Train gibt es auf dem Soul Train Youtube Channel
(via Gilly's Playground)
[1] Angepasstes Zitat von Dieter Nuhr. Original: "Das Schlimme ist, das haben meine Eltern auch gesagt". Nachdem der gerade 30 gewordene Dieter feststellt, dass die heutige Musik für ihn doch immer das gleiche Bumm Bumm ist.
Mittwoch, August 31, 2011
Les Années YéYé
Jetzt bin ich momentan in Brüssel und habe einen schönen Plattenladen entdeckt, der auch eine français Abteilung hat. Die anderen Läden, die ich noch nicht besucht habe, haben sowas bestimmt auch. Ich sitze also praktisch an der Quelle. Nur ist das jetzt gar nicht so leicht, da was adäquates zu finden. Dafür kenne ich mich nämlich doch zu wenig mit dem Genre aus. Genaugenommen stützt sich mein Wissen mehr oder weniger auf die CD Box "Femmes de Paris". Namentlich kenne ich kaum Interpretinnen. Klar man könnte nach dem Aussehen der Hüllen gehen. Leider gelten hier nicht die üblichen Kriterien. Reinhören wäre noch ne Alternative. Allerdings bräuchte ich dafür viel mehr Zeit.
Gestern bin ich dann, neben ein paar Funk und Soul-Platten, wenigstens noch mit einer France Gall- und einer Sheila-LP (Video) aus dem Laden gegangen. Vielleicht guck ich mal noch nach einer Compilation und versuche beim nächsten mal besser vorbereitet mein Glück.
Dienstag, August 23, 2011
BSF - Brussels Summer Festival
Bild von BSF Facebook Seite (Eric Danhier)
Ich war letzte Woche in Brüssel und habe mir die Abende auf dem Brussels Summer Festival vertrieben (Nein, nicht das mit der eingestürzten Bühne). Hier mal eine kleine Liste von Bands die ich dort gesehen habe:
Balthazar, Vismets, Baden Baden, Great Mountain Fire, Yodélice, Polyphonic Size.
Bis auf Polyphonic Size konnte ich allen Bands etwas abgewinnen.
Das Konzept des Festivals finde ich sehr gut. Es ist in der Stadt, 10 Tage lang, aber jeweils nur Abends. An den ersten vier Tagen war verlängertes Wochenende, da gab es dann noch eine größere Bühne mit größeren Namen. Da war ich aber leider nicht vor Ort.
Am coolsten war aber ein illegales Konzert von drei als Putzfrauen verkleideten Musikern, die sich nach dem letzten Konzert in den "Abfluss" des Festivals gestellt haben und dort übels rumgejazzt haben. Einer der Musiker hat mir hinterher noch seine Karte gegeben: Rick Venn
Donnerstag, August 11, 2011
Als ich den Punk erfand
Artwork for Barbie and the Rockers, a 1980s product by Mattel (via)
Wir haben gelernt, dass neue Kunstwerke aus Kopieren, Transformieren und Kombinieren von vorhandenen Sachen entstehen. So bewegt man sich aber, auf den ersten Blick, nur in eine Richtung. Eine wichtige Komponente fehlt doch noch? Oder um es mit einem Zitat zu sagen, dass ich neulich gefunden habe:
Art is either plagiarism or revolution. [Paul Gauguin]
Der Punk zum Beispiel ist entstanden, weil man unzufrieden mit der verschnörkelten, komplexen, technisch anspruchsvollen Musik der damaligen Zeit war. Eine Revolution musste her. Man wollte sich von dem vorhanden abgrenzen.
Das Wort Revolution ist hier allerdings etwas irreführend. Auf der einen Seite, weil das nicht im Sinne von „Piff Paff Schrubbeldiekatz: Punk“ zu verstehen ist, sondern durchaus aus langsamen Transformationen entstand. Auf der anderen Seite, weil Revolution sich aus „zurück wälzen“ […] Wiederherstellung des alten legitimen Zustandes [wikipedia] herleitet.
Die Musik fing mal simpel an, im Laufe der Jahre wurde sie immer komplexer und künstlerisch ansprechender. Dies passte den Leuten nicht und Zukünftige Lieder entwickelten sich ehr aus Einflüssen, als die Musik eben noch simpler war.
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Everything is Remix - Teil 3
Everything is a Remix Part 3 from Kirby Ferguson on Vimeo.
Auch wenn das bis jetzt der schwächste Teil von Everthing Is A Remix ist und auf den ersten Blick nichts mit Musique zu tun hat, muss ich es doch hier reinhängen.
Es wird noch mal drauf eingegangen, dass es eine Menge Mythen über Kreativität und Inspiration gibt und das die Meisten großen Erfindungen aus Kopieren, Transformieren und Kombinieren von vorhandenen Erfindungen entstehen.
Interessant ist auch der Teil, nach dem eigentlichen Ende des Beitrags. Dort wird auf die Frage eingegangen, ob die Welt anders wäre, wenn jemand bestimmte Erfindungen nicht gemacht hätte.
Ein Beispiel aus der Musikwelt wäre, würde die heutige Musik anders klingen, wenn es die Beatles nicht gegeben hätte. Die Antwort vermutlich nicht groß, da die Musik der Beatles einfach ein Produkt ihrer Zeit war und andere Künstler auf ähnlichen Spuren gewandelt sind.
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Dienstag, August 09, 2011
These are the Breaks
Kurtis Blow.The Breaks [SoulTrain.1980] von capitainfunkk
Coverversions-, Sample- und Break-Datenbanken erfreuen sich einer gewissen Beliebtheit. Auch unter vielen Musikvideos findet man häufig Kommentare, wer sich denn da von wem Beeinflussen hat lassen. Wie entsteht so was wohl? Welche Motivation steckt dahinter?
Vorneweg, ich schaue auch gerne mal nach. Hauptsächlich aber um zu verstehen, wo unsere aktuelle Musik denn so herkommt. Im Hip Hop wird sich auch gerade sehr stark auf die Ursprünge zurück besonnen, die in Blues, Jazz, Funk, Soul und Disco liegen. Diese Genres sind wiederum auch alles sehr stark miteinander verbunden. Darüber hinaus sammle ich den Kram dann auch. Samples sind dabei aber natürlich nicht meine Hauptinspirationsquelle.
Andere Motivation könnte aber natürlich eine Art Diffamierung des samplenden Künstlers sein: „Man, diese Lady Gaga ist ja so unkreativ“. „Das was Daft Punk macht, kann ja jedes Kind am PC in seinem Keller“.
Vermutlich kocht die Frage aber darauf hinunter, was Leute generell dazu bewegt Wissen ins Internet zu schreiben. Bevor man allerdings jemanden der Unkreativität beschuldigt, sollte man sich klar machen, dass Nachmachen durchaus ein kreativer Prozess ist. Dieser Eintrag hier ist zum Beispiel zu einem großen Teil durch Everything Is A Remix beeinflusst.
Diesen Beitrag habe ich im Rahmen des Open-Spreeblick-Projekts am 28.07 eben dort veröffentlicht, wollte ihn dann aber doch hier nochmal stehen haben.
Mittwoch, Juli 27, 2011
Eilmeldung: Leute die sich für Musik interessieren kaufen Musik
Eine Studie der Musik-Lobbygruppierung IFPI kann auch so interpretiert werden, dass Leute die sich Musik aus dem Netz ziehen, im Vergleich zu Leuten die dies nicht tun, mehr Musik kaufen.Erklärt wird das dadürch, dass der durchschnittliche "Pirat" einen festen Betrag monatlich für vorrangig digitale Musik ausgibt. Was sein Budget sprengt lädt er sich eben mangels besserer Alternativen runter. Ein wirklicher Schaden entsteht so nicht, da man ja nicht mehr Geld ausgeben kann als man hat. Als Lösung wird angeboten eben diese kostenlosen bzw. günstigen Alternativen zu schaffen. Wie sowas gehen könnte wird zum Beispiel von heimatseeker in der Open Spreeblick Aktion erörtert.
(via Open Spreeblick)
Eine ähnliche Studie gibt es auch für kino.to Nutzer.
Freitag, Juli 22, 2011
Alex Steinweiss, der Erfinder des Plattencovers ist tot
Bild: Das erste Steinweiss Album Cover (von hier)Auch wenn es jetzt vielleicht ein wenig unpassend erscheint, bin ich auf der Suche nach dem ersten Plattencover, welches man oben sieht, über folgende Textpassage gestolpert:
...my only criticism would be about the (unresearched) assumption that Steinweiss was the first (with Columbia) to produce record cover art, in particular for record albums. While this might possibly be true in the USA, it is certainly not at all true in the UK, where both Columbia and HMV had coloured artwork designs on album covers in the early 1920s (and earlier): for instance, the pre-electric Gilbert and Sullivan HMV albums, starting with ‘The Mikado’ in April 1918. Other ‘beautifully illustrated albums’ for special sets (with artwork inside as well as outside) appeared before the end of the First World War; Liza Lehmann’s ‘In a Persian Garden’ has a coloured artwork illustration for each album disc as well as coloured cover art [Review auf amazon.com via hardformat]
Sprich, wie so oft, waren auch schon früher andere Leute am Werk Ähnliches zu machen, mit Steinweiss kam dann aber vermutlich der Durchbruch.
(Todesmeldung via laut.de)
Montag, Juli 11, 2011
45s vs 12''
Ich war die letzten Wochen unterwegs und bin deshalb nicht zum bloggen gekommen. Unter anderem war ich in Köln im Drake Records. Der sehr nette Besitzer DJ Phoney fragte mich als erstes, nachdem ich mein Interesse an Funk, Soul usw. bekundete, ob ich 7'' oder 12'' suche. Offenbar werden auf diesem Sektor in letzter Zeit vermehrt 7'' Singles nachgefragt. Begründung: Meistens geht es den Leuten eh nur um ein Lied.Finde ich auf der einen Seite etwas seltsam, weil man so wieder Gefahr läuft dem bekannten nach zu sammeln und nicht mal ein bisschen Rechts und Links guckt: Was hat der Künstler sonst noch gemacht? Außerdem gibt es bei LPs natürlich auch noch das bekannte Plattencover, das schon sehr viel über den Inhalt einer Platte aussagt. So stößt man auf Platten die man sich vielleicht sonst nie gekauft hätte. Bei 45s und 12'' Singles kann man natürlich auch nach den Labels schauen, das ist aber nicht das gleiche.
Auf der anderen Seite kommt aber wieder der Unterschied zwischen Collecting und Hording ins Spiel. Wenn man LPs kauft, sammelt man natürlich einen Haufen mittelmäßiger Tracks mit.
Hier gilt es vermutlich wie so oft den richtigen Trade Off zu finden.
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Montag, Juni 06, 2011
Ikea, Expedit & Schallplatten
Bild von DJ Moncef Belyamani
Ich weiss nicht, ob es Ikea zu dem Zeitpunkt bewusst war, dass sie mit dem Expedit, das Plattensammlerregal schlechthin auf den Markt gebracht haben.
Ja, ich habe auch eins... ein "halbes" (2x8).
Related:
(via Boing Boing)
Ja, ich habe auch eins... ein "halbes" (2x8).
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(via Boing Boing)
Dienstag, Mai 31, 2011
Every pirate wants to be an admiral
Ein Kurzes Interview mit Cory Doctorow im Guardian über Piracy and Copyrights. Jeder der einen Neuen Verbreitungskanal von Medien erfindet wird von den Etablierten wegen Piraterie angeklagt... bis sich sein Modell selbst etabliert.
Musiker haben irgendwann angefangen Komositionen auf Schallplatten aufzunehmen, zum Ärgernis der Herausgeber von gedruckten Kompositionen. Als dann aber Radiostationen anfingen diese Platten zu spielen ohne dafür zu bezahlen, war das Geschrei natürlich groß: Was wir gemacht haben war Fortschritt, das im Radio zu spielen ist Piraterie. Das ganze Spiel geht dann eine Weile so weiter, bis man irgendwann beim Internet ankommt. Der Unterschied jetzt ist, laut Doctorow, das die Majors auf einmal Ernst genommen werden.
Mal abgesehen von der Frage, ob das mit dem Ernstnehmen stimmt, oder ob das nur eine Wahrnehmung ist, könnte diese Macht der Plattenfirmen darin liegen, dass die frühen Internetpiraten keine eigenen wirtschaftlichen Interessen hatten. Die Peer2Peer-Community hat ihre Sachen einfach geshared, "weil es eben ging". Oder sehe ich das jetzt falsch?
(via Spreeblick)
Donnerstag, Mai 26, 2011
What Do You Do When Your Record Collection Is Not Important Anymore?
The Return Of Vinyl (via pskf)Als Aufhänger erstmal das Comeback des Vinyls als Infografik. Das ganze muss man aber etwas relativieren: Vinyl bleibt, obwohl wieder mehr drauf raus gebracht wird ein Liebhaberstück [1].
Ich hatte das ja schon mal erwähnt. Musik wird digital zugänglicher und fast immer und überall verfügbar. Bedeutet, bald hat jeder hat Zugriff auf so gut wie Alles. Die klassische, private Plattensammlung existiert bald nicht mehr.
Welchen Wert hat jetzt aber diese klassische Plattensammlung? (Achtung: ab hier bedeutet Plattensammlung sowohl CD- als auch Vinylsammlung.) Sie ist eine Art Spiegel des eigenen Geschmacks und damit auch der eigenen Persönlichkeit. Zeig mir deine Plattensammlung und ich sage dir, wer du bist. Jedes Teil wird sorgfältig ausgewählt. An dieser Stelle sei auf den Unterschied zwischen „collecting“ und „hording“ hingewiesen [2]. Der Collecter sammelt nur die für ihn relevanten Sachen, während der Horder alles anhäuft und leicht den Überblick verliert, vermutlich selbst mit der besten Verzeichnis- und Tagstruktur.
Platten kann man physikalisch zur Schau stellen. Den Inhalt der Festplatte hingegen sieht man nicht. Stolpere ich Zufällig über eine Platte meiner eigenen oder einer fremden Plattensammlung, wird direkt etwas durch das Artwork in meinem Kopf ausgelöst [3]. Nicht umsonst sind die Plattenverkäufe hochgegangen, als ein Herr Steinweiss das Plattencover erfunden hat [4]. Ein Dateiname kann dies nur bedingt leisten und auch mit Cover Previews ist es nicht das gleiche.
Vermutlich ist das aber alles egal. Es soll nur als kleiner Erklärungsversuch dienen, warum Vinylverkäufe leicht nach oben gehen.
Zum Schluss noch, der Song zur Frage: steaKKnife – my record collection
[1] The Vinyl Comeback, In Historical Perspective... (via create digital music)
[2] How to steal like an Artist
[3] Bytes statt Billy
[4] Wikipedia: Alex Steinweiss
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Montag, Mai 16, 2011
Sampling - Is it art or stealing?
Mini-documentary on 'sampling' circa 1988Ist Samplen Kunst oder Diebstahl? Eine Frage, die vermutlich so alt ist, wie das Samplen selbst. Oder besser, die aufkam, als man mit samplen Geld verdienen konnte.
Ein schönes Pro-Sampling-Argumente: Durch Samples wurden manche Künstler erst (wieder) bekannt. Zum Beispiel eine Frau Ofra Haza, die einen Karierschub bekam, als ihre Stimme für ein Lied von Eric B. und Rakim gesampled wurde.
Der Fresh Prince meint, dass Hipp Hop James Brown wieder zum Leben erweckt hätte. Ohne die vielen James Brown Samples wäre dieser wohl in Vergessenheit geraten, weil er finished und old war.
Was ich nicht wusste, ist dass Jimmy Castor die Beastie Boys verklagt hat. Und zwar wegen dem Ausruf "Hey, Leroy" in "Hey, Leroy, Your Mama's Callin' You". Also noch nich mal was groß musikalisches. Seltsam finde ich daran, dass er bei diesem neueren Auftitt stolz verkündet, dass "it's just begun" the quintessential Hip Hop song ist und sampled all over the world.
(via we like that)
Donnerstag, Mai 12, 2011
Breakin N Enterin
Little Dominos - Breakin n EnterinWer nach dem Video Lust hat, mehr über die Anfäge von Breakdance, Popping und Locking zu erfahren, kann das entweder en Block, dafür mit komischem deutschem Sprecher, als Breakdance Gang tun, oder ohne den Sprecher, dafür in Teilen, als Breakin N Enterin. Das ganze ist ne Doku von 1983. Es ist also viel näher dran als irgendwelchen neuen Dokus.
Was ich gerade an dem Little Dominos Video so cool finde, ist dass es, gerade wegen den Fehlern die sie machen, so echt wirkt. Die Breakdance Crews, die man Heute so sieht, sind alle so perfekt und die Moves total ausgefeilt. Da wirkt das einfach wieder frischer.
(via Kraftfuttermischwerk)
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